Frem­de Hei­mat Deutsch­land

Geflüch­te­te berich­ten aus ihrem Leben

Vor einem Jahr war im Rah­men der Ver­an­stal­tung Bet­ter Tog­e­ther“ die Aus­stel­lung Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben“ in der katho­li­schen Kir­che St. Johan­nes Nepo­muk in Hahn zu sehen. Das Pro­jekt unter der künst­le­ri­schen Lei­tung des Tau­nus­stei­ner Foto­gra­fen Peter Wolf sorg­te dafür, dass anony­me Flücht­lin­ge“ zu Men­schen wur­den mit einem Gesicht und einer Geschich­te. Nun ist die Aus­stel­lung vom 2. Sep­tem­ber bis 28. Okto­ber auch in der Ev. Kir­che St. Peter auf dem Berg in Blei­den­stadt zu sehen. Eine beson­de­re Ver­an­stal­tung fin­det am Don­ners­tag, 27. Sep­tem­ber um 19.00 Uhr statt. Wir laden die Por­trä­tier­ten von damals ein und bit­ten sie, zu erzäh­len, wie ihre Geschich­te wei­ter­ge­gan­gen ist. Wel­che Erfah­run­gen haben sie in den letz­ten bei­den Jah­ren gemacht? Was ist geglückt? Was nicht? Wie geht es jetzt wei­ter? Musi­ka­lisch beglei­tet wird die­ser Abend von Ste­phan Breith (Cel­lo) und dem ukrai­nisch-jüdi­schen Vio­li­nis­ten Marat Dicker­mann.

Aus­stel­lung in St. Peter auf dem Berg 2.9. – 28.10.2018

Der lan­ge Weg ins 21. Jahr­hun­dert

Die Kon­zert­rei­he Der lan­ge Weg ins 21. Jahr­hun­dert“ von und mit dem Cel­lis­ten Ste­phan Breith hat sich viel vor­ge­nom­men: Unter dem Titel 100 Jah­re und kein Ende“ wird im 152. Kon­zert der Rei­he am Sonn­tag, 2. Sep­tem­ber, um 16.30 Uhr die Aus­stel­lung Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben“ in der Kir­che St. Peter auf dem Berg in Blei­den­stadt eröff­net.

Bei­trag im Wies­ba­de­ner Tag­blatt vom 25.08.18

Aus­stel­lung in St. Peter auf dem Berg 2.9. – 28.10.2018 wei­ter­le­sen

Aus­stel­lung Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben” in Wies­ba­den an der Volks­hoch­schu­le

Für alle, wel­che die Aus­stel­lung noch nicht gese­hen haben gibt es die Mög­lich­keit des Besuchs ab dem 10.10. in der VHS Wies­ba­den:

Ver­nis­sa­ge am Diens­tag, den 10.10. um 18:30, Alci­de-de-Gas­pe­ri-Str. 5 EG

Bericht über die Aus­stel­lung im Wies­ba­de­ner Kurier

Außer­dem wird die Aus­stel­lung am 7. Okto­ber bei der Stif­tungs­ver­samm­lung der Bür­ger­stif­tung Tau­nus­stein am 7.10. zu sehen sein.

Geplant ist es auch die Aus­stel­lung zu zei­gen wäh­rend einer Dia­log-Ver­an­stal­tung der Stadt Tau­nus­stein zum The­ma Inte­gra­ti­on am 4. Novem­ber.

Und last but not least, wird es noch eine Aus­stel­lung am Gym­na­si­um in Blei­den­stadt geben.

Ich kom­me aus Syri­en …

Name: Haitham Sab­rin, Natio­na­li­tät: syrisch- aus Damas­kus, gebo­ren: 1981, Hoch­schul­ab­schluss: Busi­ness Manage­ment (Mar­ke­ting), Beruf­li­che Tätig­keit (Syri­en): Ver­trieb TV-Pro­duk­tio­nen, Rech­te-und Lizenz­ge­schäft, ver­hei­ra­tet, 1 Kind lebt mit sei­ner Frau und sei­nem hier gebo­re­nen Kind seit 2015 in Tau­nus­stein-Wehen, (woll­te eigent­lich nach Hol­land, wo sei­ne Fami­lei /​Verwandschaft lebt und wur­de gezwun­gen durch die Regis­trie­rung in Deutsch­land, hier zu blei­ben.

So beginnt die Prä­sen­ta­ti­on von Haitham Sab­rin, die in der Aus­stel­lung, Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben”, beim Publi­kum mit die größ­te Auf­merk­sam­keit erziel­te.

Haitham zeigt zunächst mal in eini­gen Foli­en die Viel­falt und den Reich­tum sei­nes Hei­mat­lan­des, was ver­blüf­fend wirkt für die­je­ni­gen unter uns, die Syri­en noch nicht ken­nen­ler­nen durf­ten.

Schnell wird klar, dass das Bild von dem durch Krieg geschun­den Volk und einem zer­stör­ten Land, wel­ches uns die Medi­en ins Haus lie­fern, nur einen sehr trau­ri­gen Teil und Moment der Geschich­te Syri­ens zeigt. Haetham hat hier in Deutsch­land durch Beob­ach­tung unse­rer Medi­en und durch Gesprä­che mit Deut­schen ein sehr fei­nes Gespür ent­wi­ckelt, welch fal­sches Bild wir von sei­ner Hei­mat zeich­nen.

Folie um Folie lässt er uns Syri­en mit sei­nen Augen sehen, um dann, nach der Erklä­rung, war­um sei­ne Fami­lie und er, wie so unzäh­lig vie­le, ihr gelieb­tes Land ver­las­sen muss­ten, sei­ne Ängs­te und Pro­ble­me hier in Deutsch­land zu schil­dern.
Es lohnt sich daher den Film bis zum Ende der 18 Minu­ten zu schau­en:

Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben – Foto­aus­stel­lung

Die Aus­stel­lung wird auf dem Begeg­nungs­fest ein­ge­weiht” und wird danach noch an ver­schie­den Orten zu sehen (wird noch bekannt­ge­ge­ben)
Zu der Aus­stel­lung ist eine Bro­schü­re mit allen Bil­dern und Inter­views erschie­nen: Den Geflüch­te­ten ein Gesicht geben – Foto­aus­stel­lung“ wei­ter­le­sen

Rawan & ihre Fami­lie – Erschüt­tern­de Fern­seh­do­ku­men­ta­ti­on ihrer Flucht

Ange­kom­men nach lan­gen Stra­pa­zen und Ent­beh­run­gen

Rawan Mas­houd und ihre Fami­lie, die wir auch in unse­rer Aus­stel­lung por­trä­tie­ren, leben mitt­ler­wei­le unter uns in Tau­nus­stein. Rawan gibt uns in ihrem Inter­view einen klei­nen Ein­blick in ihr jet­zi­ges Leben nach der Flucht.

Interview mit Rawan >>

Wie heißt du?
Ich bin Rawan Jasim und kom­me aus Syri­en.

Wie alt bist du?
Ich bin 13 Jah­re alt.

Erzäh­le mir von dei­ner Fami­lie, hast du Geschwis­ter?
Ich habe eine Schwes­ter, sie heißt Raya­nist und 10 Jah­re alt.
Ich habe drei Brü­der, der jüngs­te heißt Moha­nad und ist 5 Jah­re alt, der mitt­le­re heißt Osa­ma und ist 9 Jah­re alt, der gro­ße heißt Moha­mad und ist 10 Jah­re alt.

Leben noch Ver­wand­te von dir in Syri­en?
Mei­ne Groß­el­tern leben noch in Syri­en und ich habe eine Tan­te und einen Onkel in Syri­en. Sie haben zwei Kin­der.

Seid ihr in Deutsch­land direkt nach Tau­nus­stein gekom­men oder wart ihr noch in ande­ren Städ­ten?
Zuerst war ich in Trier, dann in Gie­ßen, danach in Hanau und sind dann nach Tau­nus­stein gekom­men.

Wie war das Leben in Trier, in Gißen und in Hanau, konn­tet ihr dort z.B. in die Schu­le gehen?
Nein, dort waren wir nicht in der Schu­le, erst in Tau­nus­stein.

Lebst du in einer Asyl­un­ter­kunft oder in einer Woh­nung nur mit dei­ner Fami­lie?
Wir leben in der Asyl­un­ter­kunft in Blei­den­stadt, aber wir möch­ten unbe­dingt in eine eige­ne Woh­nung zie­hen, da es uns im Asyl­heim nicht gefällt. Ich möch­te ger­ne ein eige­nes Zim­mer haben.

Was ver­misst du in Deutsch­land?
Ich ver­mis­se mei­ne Freun­de und mei­ne Schu­le.

Wie gefällt dir Deutsch­land?
Mir gefällt hier alles gut, beson­ders die Schu­le.

Was gefällt dir nicht in Deutsch­land?
Mir gefällt das Asyl­heim nicht.

Was ist in Deutsch­land anders im Ver­gleich zu dei­nem Hei­mat­land?
Es ist vie­les anders. Wir hat­ten ein eige­nes Haus mit einem Park, dort haben wir viel gespielt.

Was war dein schöns­tes Erleb­nis in Deutsch­land?
Die Men­schen hier sind alle so nett.

Beschrei­be, wann du dich glück­lich fühlst!
In der Schu­le füh­le ich mich glück­lich.

Hast du schon Freun­de gefun­den?
Ja ich habe schon vie­le Freun­de gebun­den.

Und wie haben dich die Men­schen hier Deutsch­land auf­ge­nom­men, gab es auch wel­che die nicht sehr freund­lich zu dir waren?
Die Men­schen waren alle sehr freund­lich hier.

Wel­che Spra­che ist dei­ne Mut­ter­spra­che?
Ara­bisch.

Bist du in einer Dik­la-Klas­se?
Ja, das bin ich.

Hier in der Schu­le lernst du auch Fremd­spra­chen, wie zum Bei­spiel Eng­lisch. Hast du das auch in dei­nem Hei­mat­land gelernt?
Ja das habe ich, 5 Mona­te lang.

Wel­ches ist dein Lieb­lings­fach?
Mathe

Schmeckt dir das deut­sche Essen?
Nur den Kuchen mag ich hier.

Ist die Musik und die Kul­tur sehr unter­schied­lich und gefällt sie dir?
Die Musik gefällt mir hier, aber nicht alles.

Hast du dir Deutsch­land anders vor­ge­stellt als es jetzt ist?
Nein, ich habe es mir nicht anders vor­ge­stellt.

Was möch­test du nach der Schu­le machen?
Ich möch­te Kin­der­ärz­tin wer­den.

Möch­test du in Deutsch­land blei­ben oder irgend­wann wie­der nach Syri­en zurück, wenn der Krieg dort vor­bei ist?
Ja, ich möch­te wie­der nach Syri­en zurück.

Die weg­wei­sen­de Fern­seh­do­ku­men­ta­ti­on War Child”, zeigt die Flucht bei­spiel­haft für vie­le Geflüch­te­te. Hier die Beschrei­bung und der Inhalt des Films, der Trai­ler und der Film in gan­zer Län­ge:

Rawan & ihre Fami­lie – Erschüt­tern­de Fern­seh­do­ku­men­ta­ti­on ihrer Flucht“ wei­ter­le­sen

Foto­se­rie in Arbeit” für die Aus­stel­lung

Aus­wahl aus einer Serie von Auf­nah­men die ent­stan­den , als wir Fili­mon Tewel­de bei sei­ner Arbeit auf der Kran­ken­haus­sta­ti­on beglei­ten durf­ten.